Interview: Definition, Formen und Einsatz in drei Bereichen

Interview: Definition, Formen und Einsatz in drei Bereichen

Ein Interview ist ein planvoll geführtes Gespräch, in dem eine Person gezielt Fragen stellt und eine andere antwortet. Ziel ist es, Informationen, Meinungen oder Erfahrungen zu erfahren. Die Rollen sind klar verteilt: Der Interviewer lenkt das Gespräch, die befragte Person liefert den Inhalt. Das Wort kam als Anglizismus ins Deutsche und geht auf das französische "entrevue" zurück, also auf die Begegnung.

Ob in der Zeitung, in einer Studie oder im Bewerbungsgespräch, das Prinzip bleibt gleich. Es unterscheidet sich aber stark darin, wie fest die Fragen vorgegeben sind und was mit den Antworten passiert. In diesem Artikel erfährst du, warum das Interview so verbreitet ist und wie du eines vorbereitest und führst. Außerdem lernst du die wichtigsten Formen kennen und siehst, wie es in Journalismus, Psychologie und Bewerbung jeweils funktioniert.

Auch in der Videoproduktion ist das Interview ein Werkzeug. Mitarbeiterstimmen in Recruiting-Videos und Expertenstatements in Erklärvideos beruhen darauf. Wer die Grundlagen kennt, bekommt bessere Antworten und damit bessere Inhalte.

Warum das Interview so wichtig ist

Das Interview ist wichtig, weil es Wissen liefert, das in keinem Dokument steht: Beweggründe, Erfahrungen und Einschätzungen. Es ist die direkteste Methode, um Menschen zu verstehen und ihr Fachwissen anzuzapfen.

Es liefert Wissen aus erster Hand

Wer fragt, bekommt Antworten genau auf die eigene Frage. Bleibt etwas unklar, hakst du sofort nach. Eine schriftliche Umfrage kann das nicht leisten, denn dort steht jede Frage starr im Fragebogen.

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Dazu kommt der persönliche Ausdruck. Ein Zögern, ein Lachen oder eine überraschende Wortwahl zeigen oft mehr als der reine Inhalt.

Ein Interview ist wertvoll, weil du im Gespräch nachfragen kannst, wo ein Fragebogen schweigt.

Wo es anderen Methoden überlegen ist

Seine Stärken zeigen sich besonders in drei Punkten:

  • Tiefe: Du erfährst das Warum hinter einer Aussage, nicht nur das Was.
  • Flexibilität: Du passt Fragen an, wenn das Gespräch eine unerwartete Richtung nimmt.
  • Zitierbarkeit: Aussagen in der Sprache der Person lassen sich als Zitat, als Tonspur oder im Video direkt verwenden.

Der Preis dafür ist der Aufwand. Ein Interview kostet Zeit in Vorbereitung, Durchführung und Auswertung, und die Ergebnisse sind schwerer zu vergleichen als Zahlen aus einer Umfrage.

Wie du ein Interview vorbereitest und führst

Ein gutes Interview entsteht zu etwa zwei Dritteln vor dem Gespräch. Du klärst das Ziel, wählst die richtige Person, schreibst offene Fragen und hältst dich im Gespräch an einen roten Faden.

Vorbereitung in vier Schritten

  1. Ziel festlegen: Schreibe in einem Satz auf, was du nach dem Gespräch wissen willst.
  2. Gesprächspartner wählen: Das Interview steht und fällt mit der Person. Sie muss sachkundig sein und Zusammenhänge verständlich erklären können.
  3. Hintergrund recherchieren: Lies, was es bereits gibt. Wer Bekanntes erfragt, verschenkt Zeit.
  4. Fragen formulieren: Nutze offene W-Fragen wie "Wie kam es dazu?" oder "Was hat sich dadurch verändert?". Ja-Nein-Fragen und Suggestivfragen liefern wenig.

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Ohne klares Ziel in einem Satz wird aus dem Interview ein unstrukturiertes Gespräch.

Durchführung und Nachbereitung

Beginne mit einer freundlichen Begrüßung und erkläre kurz den Ablauf. Stelle die Fragen einzeln und lass die Person ausreden. Die besten Antworten kommen oft nach einer kurzen Pause. Wenn du das Gespräch aufzeichnen willst, hole vorher die Einwilligung ein.

Nach dem Gespräch wertest du die Antworten aus. Im Journalismus kürzt und ordnest du sie, in der Forschung transkribierst du sie. Bei Zitaten ist es gängige Praxis, die Aussagen vor der Veröffentlichung von der befragten Person freigeben zu lassen.

Die wichtigsten Formen des Interviews

Du kannst ein Interview vor allem nach seiner Struktur, seinem Ziel und seinem Kanal unterscheiden. Die Struktur ist das wichtigste Merkmal, denn sie bestimmt, wie frei das Gespräch verläuft.

Interview-Formen nach Grad der Struktur

Form Merkmal Typischer Einsatz
Standardisiert Feste Fragen in fester Reihenfolge Umfragen, Eignungsdiagnostik
Teilstandardisiert (Leitfaden) Leitfaden mit Raum für Nachfragen Qualitative Forschung, Bewerbungsgespräch
Offen (narrativ) Ein Erzählimpuls, kaum Vorgaben Biografieforschung, Porträt
Experteninterview Fachwissen der Person im Fokus Recherche, Fachbeitrag, Studie

Standardisierte Interviews sind gut vergleichbar, aber starr. Offene Interviews liefern mehr Tiefe, lassen sich aber schwer auswerten. Die Leitfadenform ist deshalb in der Praxis am häufigsten.

Je fester die Fragen, desto vergleichbarer die Antworten. Je offener das Gespräch, desto tiefer der Einblick.

Interview-Formen nach Ziel und Kanal

Im Journalismus unterscheidet man Informationsinterview (Sachverhalte klären), Meinungsinterview (Positionen erfragen) und Personeninterview (die Person porträtieren). Die Grenzen verschwimmen, denn viele Gespräche mischen mehrere Ziele.

Beim Kanal gibt es persönliche, telefonische, schriftliche und Video-Interviews. Das persönliche Gespräch schafft die meiste Nähe. Das Videointerview spart Reisezeit und liefert zugleich Bildmaterial.

Interview in Journalismus, Psychologie und Bewerbung

Der Begriff gilt in drei Bereichen besonders häufig, und jeder verfolgt ein eigenes Ziel. Der Journalismus will veröffentlichen, die Psychologie will erforschen oder diagnostizieren, die Bewerbung will eine Personalentscheidung vorbereiten.

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Das Interview im Journalismus

Im Journalismus ist das Interview eine Darstellungsform: Die Frage-Antwort-Struktur wird fast unverändert veröffentlicht. Es lebt von der Persönlichkeit und der Sachkenntnis der befragten Person.

Der Interviewer muss die Fragen so wählen, dass Hörer und Leser den Zusammenhang verstehen, auch ohne Vorwissen. Gute Journalisten bereiten sich gründlich vor und fragen kritisch nach, wenn Antworten ausweichen.

Das Interview in der Psychologie

In der Psychologie dient das Interview der Datenerhebung und der Diagnostik. Es folgt impliziten oder ausdrücklichen Regeln, die sich vom Alltagsgespräch deutlich unterscheiden. Die Forschung nutzt je nach Fragestellung Leitfaden-, narrative oder Experteninterviews.

In der Praxis kommen klinische Gespräche hinzu, etwa zur Diagnostik. Entscheidend ist, dass alle Befragten möglichst gleich behandelt werden, damit die Ergebnisse belastbar bleiben.

Das Interview bei Bewerbungen

Das Bewerbungsgespräch ist ein Interview, in dem das Unternehmen prüft, ob eine Person zur Stelle passt, und umgekehrt. Es findet als Einzel-, Panel-, Telefon- oder Videogespräch statt. Strukturierte Interviews mit gleichen Fragen für alle Kandidaten gelten als aussagekräftiger als freie Gespräche.

Als Bewerber bereitest du dich vor, indem du das Unternehmen recherchierst und konkrete Beispiele aus deiner Laufbahn parat hast. Bewährt hat sich die Struktur Situation, Aufgabe, Handlung, Ergebnis.

Egal ob Redaktion, Labor oder Personalbüro: Ein Interview funktioniert nur, wenn beide Seiten das Ziel kennen.

Interview richtig einordnen und nutzen

Ein Interview ist ein zielgerichtetes Frage-Antwort-Gespräch mit klaren Rollen. Es liefert Wissen aus erster Hand, wenn du das Ziel klärst, die richtige Person wählst und offene Fragen stellst. Die Form richtet sich nach dem Zweck: standardisiert für Vergleichbarkeit, offen für Tiefe, im Journalismus für Veröffentlichung, in der Psychologie für Erkenntnis, in der Bewerbung für die Auswahl.

Wenn du Interviews für Videos nutzen willst, etwa für Recruiting, Schulung oder Kundenkommunikation, hilft eine saubere Konzeption. Du kannst bei Die Erklärvideo Agentur ein kostenloses Videokonzept anfragen und besprechen, wie sich Stimmen aus deinem Unternehmen wirkungsvoll einsetzen lassen.

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