Ein Livestream ist eine Übertragung von Bild und Ton über das Internet in Echtzeit. Du siehst, was gerade passiert, und nicht eine fertige Aufzeichnung. Wenn du live fernsehen willst, geht das kostenlos über die Streams von ARD, ZDF und den Dritten Programmen wie NDR oder MDR. Du brauchst dafür nur einen Browser, eine App oder einen Smart-TV.
Dieser Artikel klärt beides, was die meisten Leser suchen: wo du Sender und Sendungen live schaust und was technisch dahintersteckt. Du erfährst, wie ein Livestream von der Kamera auf deinen Bildschirm kommt und warum er ein paar Sekunden hinterherhinkt. Außerdem siehst du, was du brauchst, um selbst live zu gehen.
Wir produzieren bei der Erklärvideo Agentur seit 2008 Videos für Unternehmen. Dabei stellt sich oft die Frage, ob ein Livestream oder ein produziertes Video die bessere Wahl ist. Auch dazu findest du am Ende eine klare Orientierung.
Warum der Livestream so viel Aufmerksamkeit bekommt
Ein Livestream bietet etwas, das keine Aufzeichnung bieten kann: Du bist dabei, während es passiert. Deshalb sind Nachrichten, Sport, Konzerte und Events die klassischen Einsatzfelder, und deshalb nutzen immer mehr Unternehmen das Format.
Live statt Mediathek: der Unterschied
Beim Livestream wird das Video in Echtzeit gesendet, ohne dass es vorher aufgezeichnet und gespeichert wurde. Bei Video on Demand ist der Inhalt fertig produziert und jederzeit abrufbar, wie in einer Mediathek oder bei einem Streamingdienst. Ein Livestream ist dagegen zeitlich begrenzt: Wer zu spät einschaltet, hat den Anfang verpasst.
Manche Streams erlauben Rückfragen per Chat. Dann spricht man von einem Webcast. Liegt der Schwerpunkt auf Interaktion, etwa mit Umfragen und Diskussion in einer Schulung, heißt das Format Webinar.
Wofür Menschen und Unternehmen Livestreams nutzen
Als Zuschauer nutzt du Livestreams für Live-TV, Sportübertragungen, Nachrichtenlagen und Konzerte. Unternehmen setzen sie ein, wenn Echtzeit einen Mehrwert hat:
- Produktpräsentationen und Launches
- Fragerunden mit Experten (Q&A)
- Berichte von Konferenzen und Messen
- Schulungen und Unternehmens-Events mit verteiltem Publikum
Ein Livestream lohnt sich immer dann, wenn das Dabeisein selbst der Inhalt ist.
Livestream kostenlos schauen: Diese Angebote gibt es
Live-TV kostest dich im Netz nichts, wenn du die Streams der öffentlich-rechtlichen Sender nutzt. Sie laufen ohne Abo direkt auf den Websites und in den Mediatheken der Sender.

Öffentlich-rechtliche Sender im Livestream
Die folgende Übersicht zeigt, was du live bekommst:
| Angebot | Was du live schaust |
|---|---|
| Das Erste (ARD Mediathek) | Das laufende Programm von Das Erste |
| ZDF Live & TV | ZDF, ZDFinfo, ZDFneo, arte, KiKA, 3sat und Phoenix |
| NDR Fernsehen | Das Programm rund um die Uhr |
| MDR | Livestreams von MDR Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, dazu Streams mit Gebärdensprache |
| Sportschau | Kommende Sport-Livestreams nach Terminübersicht |
Wenn du ein bestimmtes Programm suchst, starte beim Sender selbst. Dort ist der Stream am zuverlässigsten, und du siehst direkt, was gerade läuft. Für Sport lohnt sich zuerst der Blick in die Terminübersicht, denn nicht jede Übertragung läuft frei.
Was du vor dem Einschalten wissen solltest
Nicht jeder Inhalt läuft im Netz. Der NDR weist zum Beispiel selbst darauf hin, dass er einzelne Inhalte aus rechtlichen Gründen nicht im Livestream zeigen kann. Das betrifft vor allem Sportrechte und Lizenzware. Private Sender und Pay-Angebote haben eigene Regeln, bei ihnen ist ein Livestream häufig an eine App, ein Konto oder ein Abo geknüpft.
So kommst du schnell zum Bild:
- Sender wählen und die Website oder Mediathek öffnen.
- Auf den Menüpunkt „Live“ oder „Livestream“ klicken.
- Den Stream auf Smart-TV, Smartphone oder Browser starten.
- Bei Rucklern die Verbindung prüfen oder die Qualität in den Playereinstellungen senken.
Für Live-TV im Netz sind die Mediatheken der Sender der kürzeste und kostenlose Weg.
Wie ein Livestream technisch funktioniert
Ein Livestream zerlegt das Video laufend in kleine Pakete, komprimiert sie und verteilt sie über viele Server an alle Zuschauer. Das dauert nur wenige Sekunden, und genau deshalb erscheint das Bild nahezu in Echtzeit.
Von der Kamera zum Bildschirm in fünf Schritten
Der Weg eines Streams sieht vereinfacht so aus:

- Aufnahme: Die Kamera erfasst Bild und Ton, die als digitale Daten vorliegen.
- Komprimierung und Codierung: Redundante Bildinformationen fallen weg, etwa ein gleichbleibender Hintergrund. Gängige Standards sind H.264, H.265, VP9 und AV1.
- Segmentierung: Das Video wird in Stücke von wenigen Sekunden geteilt.
- Verteilung über ein CDN: Ein Content Delivery Network ist ein Netz verteilter Server, das die Segmente zwischenspeichert und aus der Nähe ausliefert.
- Wiedergabe: Dein Gerät decodiert die Segmente, und der Player zeigt das Bild.
Ohne CDN würde der Ursprungsserver zum Engpass, sobald viele Menschen gleichzeitig zuschauen.
Warum ein Livestream ein paar Sekunden hinterherhinkt
Die Verzögerung entsteht, weil jeder Schritt Zeit braucht und der Player meist einige Segmente puffert, damit das Bild nicht stockt. Das Zwischenspeichern im CDN verlängert den Weg minimal, ist aber trotzdem schneller als jede Anfrage beim Ursprungsserver. Eine Verzögerung von einigen Sekunden ist daher normal.
Wichtig ist die Abgrenzung zur Videokonferenz. Zoom, Teams oder FaceTime nutzen Echtzeit-Kommunikationsprotokolle (RTC), weil dort alle miteinander sprechen. Ein klassischer Livestream sendet dagegen von einem Absender an viele Empfänger.
Die Sekunden Verzögerung sind der Preis dafür, dass ein Stream auch bei Tausenden Zuschauern stabil bleibt.
So startest du selbst einen Livestream
Für einen eigenen Livestream brauchst du Kamera, Ton, Streaming-Software, eine stabile Leitung und eine Plattform. Die Technik ist heute kein Hindernis mehr, die Vorbereitung entscheidet über die Qualität.
Das brauchst du als Minimum
Starte mit dieser Ausstattung:

- Kamera oder Webcam mit Stativ für ein ruhiges Bild
- Externes Mikrofon, denn schlechter Ton vertreibt Zuschauer schneller als ein mittleres Bild
- Streaming-Software, die Kamera, Audio und Bildschirminhalte mischt und das Encoding übernimmt
- Gutes Licht und ein ruhiger Hintergrund
- Stabile Internetverbindung mit ausreichend Upload, dazu genug Steckdosen und ein Plan B bei Ausfällen
Als Faustregel gilt: Dein Upload sollte mindestens das Doppelte der Videobitrate betragen. Sendest du mit 6 Mbit/s, brauchst du also etwa 12 Mbit/s im Upload. Teste die Leitung vorher, denn der Download-Wert deines Tarifs sagt dazu nichts aus.
Plattformen im Vergleich
Die Wahl hängt davon ab, wie viele Zuschauer du erwartest, ob du Interaktion willst und ob der Stream danach abrufbar bleiben soll.
| Plattform | Typische Stärke |
|---|---|
| YouTube | Große Reichweite, Einbettung in die eigene Website, Zuschauer brauchen kein Konto |
| Twitch | Starke Live-Chat-Kultur, ursprünglich aus dem Gaming |
| Instagram und Facebook | Nähe zur bestehenden Community, Zuschauer brauchen oft ein Konto |
| Vimeo | Einbettung und Passwortschutz, kostenpflichtig |
Auf dem Smartphone geht es bei YouTube besonders schnell, die Anleitung von YouTube zeigt jeden Schritt. Kündige den Termin vorher an, zum Beispiel in den Netzwerken, auf denen deine Zielgruppe ist. Ein Livestream ohne Publikum verpufft.
Plane einen Livestream wie eine Veranstaltung: Technik testen, Termin ankündigen, Ersatzlösung bereithalten.
Livestream oder Erklärvideo: Was passt wann?
Ein Livestream passt, wenn Echtzeit und Austausch zählen. Ein produziertes Video passt, wenn dieselbe Botschaft dauerhaft und fehlerfrei wirken soll.
Der direkte Vergleich
| Kriterium | Livestream | Produziertes Erklärvideo |
|---|---|---|
| Zeitpunkt | Einmalig, zu festem Termin | Jederzeit abrufbar |
| Interaktion | Chat und Fragen möglich | Keine, dafür klare Führung |
| Fehlerrisiko | Pannen passieren live | Alles ist geprüft und geschnitten |
| Lebensdauer | Kurz, außer als Aufzeichnung | Lang, einsetzbar auf Website, Ads und Messe |
Komplexe Produkte oder Prozesse erklärst du live selten gut, weil Struktur und Tempo fehlen.
So kombinierst du beides
Der stärkste Weg ist oft die Kombination. Du gehst für ein Launch-Event live und lässt die Kernbotschaft zusätzlich als kurzes Video von 60 bis 120 Sekunden produzieren. Das zeigt die Botschaft später auf Website und in Anzeigen, ohne dass jemand die Aufzeichnung durchsuchen muss. Bei uns liegt die Produktion eines solchen Videos typischerweise bei vier bis sechs Wochen, schnellere Optionen sind möglich.
Der Livestream bringt den Moment, das produzierte Video bringt die Dauer.
Worauf es beim Livestream ankommt
Ein Livestream überträgt Bild und Ton in Echtzeit. Zum Zuschauen reichen die kostenlosen Angebote von ARD, ZDF, NDR, MDR und Sportschau. Wenn du selbst sendest, entscheiden Ton, Upload und Vorbereitung. Und wenn deine Botschaft dauerhaft wirken soll, ist ein produziertes Video die ruhigere Lösung.
Wenn du für dein Unternehmen ein Produkt, einen Prozess oder eine Schulung erklären willst, entwickeln wir mit dir ein passendes Konzept. Die Konzeptentwicklung ist kostenlos. Fordere dazu dein kostenloses Videokonzept an.

