Wenn du einen Imagefilm drehen willst, gehst du in vier Schritten vor. Du klärst Ziel, Zielgruppe und Budget, schreibst Konzept und Drehbuch, führst den Drehtag nach festem Plan durch und kümmerst dich danach um Schnitt, Ton und Veröffentlichung. Ob du selbst drehst oder den Film produzieren lässt, entscheidest du vorher. Ein Film, der Jahre als Visitenkarte auf deiner Startseite laufen soll, gehört meist in professionelle Hände. Recruiting-Clips oder Messeeindrücke schaffst du auch intern.
Das Problem kennst du vermutlich: Viele Imagefilme sehen gleich aus. Drohnenflug übers Firmengelände, Geschäftsführer am Schreibtisch, Logo am Ende. Dazu kommen ein Budget, das niemand sauber kalkuliert hat, und Drehtage, an denen Ton und Licht erst vor Ort zum Problem werden. Das Ergebnis ist technisch sauber, aber austauschbar, und Nachbessern wird teuer.
Dieser Leitfaden führt dich durch den ganzen Weg. Er beginnt mit der Entscheidung zwischen Eigenproduktion und Agentur samt Kosten und endet bei der Veröffentlichung. Dazwischen findest du Zeitpläne, ein Drehbuch-Raster und einen Tagesplan für den Dreh. Er stammt von der Erklärvideo Agentur, die seit 2008 Videos für Mittelständler, Start-ups und DAX-Konzerne produziert. Die Empfehlungen beruhen auf über 2000 Projekten.
Vorab klären: selbst drehen oder drehen lassen
Selbst drehen lohnt sich nur bei kurzlebigen Formaten. Einen Imagefilm, der dein Unternehmen über Jahre vertritt, solltest du besser professionell produzieren lassen. Die Grenze liegt nicht bei der Kamera, sondern bei Licht, Ton und Dramaturgie sowie beim Aufwand rund um den Dreh.
Was ein Imagefilm leistet
Ein Imagefilm stellt dein Unternehmen, seine Werte und seine Menschen vor. Er verkauft kein einzelnes Produkt. Damit unterscheidet er sich vom Werbefilm, der kürzer und verkaufsorientierter ist. Imagefilm und Imagevideo meinen dasselbe Format. Ein Unternehmensfilm ist meist etwas länger und sachlicher. Wer einen Unternehmensfilm drehen will, geht deshalb genauso vor wie in dieser Anleitung.
Was ein Imagefilm kostet
Die Kosten hängen vor allem von Drehtagen und Standorten ab, kaum von der Kamera. Jeder zusätzliche Tag bringt Team, Anfahrt, Equipment und Nachbearbeitung mit. Diese Orientierungswerte zu den Imagefilm-Kosten gelten im Markt, alle netto:
| Umfang | Typische Spanne |
|---|---|
| Kompaktes Firmenporträt, ein Drehtag | ab ca. 4.500 Euro |
| Unternehmensfilm mit mehreren Drehorten und Interviews | 7.000 bis 18.000 Euro |
| Mittelstand, zwei bis drei Drehtage | 12.500 bis 20.000 Euro |
| Marken-Imagefilm mit Schauspielern und Drohne | 12.000 bis 31.000 Euro |
| Gesamte Bandbreite im Markt | 3.400 bis 50.000 Euro |
Ein Beispiel: Du hast zwei Standorte, drei Interviews, eine Länge von zwei bis drei Minuten und zwei Drehtage. Dann liegst du im mittleren Bereich, also bei 12.500 bis 20.000 Euro netto. Wenn möglich, drehst du beide Standorte an einem Tag. Das spart einen kompletten Drehtag.
Achte beim Angebotsvergleich darauf, was fehlt. Musiklizenz, professioneller Sprecher, Untertitel und Zusatzschnitte für Hochformat oder Messeloop werden oft separat berechnet. Bei der Erklärvideo Agentur sind unbegrenzte Korrekturen Teil der Zufriedenheitsgarantie. Frag bei jedem Anbieter nach der Zahl der Korrekturschleifen.
Der Preis eines Imagefilms hängt an den Drehtagen und Standorten, nicht an der Kamera.
Wann du selbst drehst
Die Rechnung kippt oft, wenn du deine interne Arbeitszeit mitzählst. Konzept, Planung, Freigaben, Schnitt, Farbkorrektur und Vertonung summieren sich schnell auf mehrere Arbeitswochen. Als Faustregel gilt:
- Selbst drehen: Recruiting-Clips, Messeeindrücke, Produktdemos, Behind-the-Scenes.
- Drehen lassen: der Imagefilm auf der Startseite, der Film für Messe, Vertrieb und Employer Branding, alles, was drei Jahre oder länger laufen soll.
- Mischform: Eine Agentur übernimmt Konzept und Dreh, du lieferst Drehorte, Menschen und Geschichten.
Schritt 1. Ziel, Zielgruppe und Budget klären
Bevor du eine Kamera anfasst, brauchst du einen einzigen Satz, der festhält, was der Film erreichen soll. Daraus folgen Länge, Kanal, Stil und Budget. Wer beim Imagefilm drehen ohne dieses Ziel startet, produziert meist Material, das beim Schnitt niemand braucht.
Das Ziel in einem Satz festhalten
Nutze diese Vorlage und fülle sie konkret aus:
Der Film soll [Zielgruppe] auf [Kanal] zeigen,
dass wir [Kernaussage], damit sie [gewünschte Handlung].
Ein Beispiel: „Der Film soll Fachkräfte im Maschinenbau auf unserer Karriereseite zeigen, dass bei uns Entwickler eigene Projekte verantworten, damit sie sich initiativ bewerben." Ein Film für Bewerber sieht anders aus als einer für Neukunden. Das gilt für Ansprache, Protagonisten und Tempo.
Länge und Kanäle festlegen
Ein Imagefilm sollte maximal fünf Minuten lang sein. Die meisten Filme kommen mit zwei bis drei Minuten aus. Für Social Media sind kürzere Schnitte sinnvoll. Auf Messen darf der Film etwas länger laufen. Plane die Zusatzversionen schon jetzt ein, denn sie kosten im Schnitt weniger als ein neuer Dreh. Typisch sind ein 16:9-Hauptfilm, eine Kurzfassung mit 30 bis 60 Sekunden und eine Hochkantversion.
Budget und Zeitplan rückwärts rechnen
Rechne vom Wunschtermin zurück. Für Konzeption bis fertige Datei brauchst du bei kompakten Filmen etwa vier bis sechs Wochen, bei umfangreicheren Projekten bis zu zwölf. Dazu kommt ein Puffer von zwei Wochen für Freigaben und Urlaubszeiten.
Ein Beispiel: Du brauchst den Film in zehn Wochen für eine Messe. Du rechnest 10 Wochen minus 4 bis 6 Wochen Produktion minus 2 Wochen Puffer. Dein Kickoff muss also spätestens in Woche 2 bis 4 stattfinden. Der größte Zeitfresser ist selten die Produktion, sondern die Abstimmung. Benenne deshalb vorab eine einzige Person, die Drehbuch und Rohschnitt freigibt. Das spart oft zwei bis drei Wochen.
Ein Imagefilm ohne einen Zielsatz ist Material ohne Auftrag.
Schritt 2. Konzept, Drehbuch und Storyboard schreiben
Ein Imagefilm gelingt über seine Geschichte, nicht über seine Technik. Dein Imagefilm-Konzept braucht einen Erzählbogen, echte Menschen und ein Drehbuch, das jede Einstellung festlegt. Wer einen Unternehmensfilm drehen will, spart hier am meisten Zeit und Geld, denn Umbauten sind auf dem Papier fast kostenlos.
Geschichte statt Firmenrundgang
Starte mit einer Frage oder einem Konflikt, nicht mit dem Logo. Gerade die ersten fünf Sekunden entscheiden, ob jemand dranbleibt. Streiche Sätze wie „Die Zufriedenheit unserer Kunden hat oberste Priorität", denn jedes Unternehmen könnte sie sagen. Erzähle stattdessen, wie ein Mitarbeiter an einem konkreten Problem arbeitet und was dabei herauskommt. Das ist glaubwürdiger und kostet in der Produktion nichts extra.
Drehbuch und Shotlist
Das Drehbuch hält Bild, Ton und Ort für jede Szene fest. Ein einfaches Zweispalten-Raster reicht für den Anfang:

| Szene | Bild (Einstellung, Ort) | Ton (O-Ton, Sprecher, Musik) | Dauer |
|---|---|---|---|
| 1 | Nahaufnahme Hände an der Maschine, Halle A | Maschinengeräusch, Musik leise | 6 s |
| 2 | Interview Entwicklerin, Büro 2. OG | O-Ton: „Bei uns bekommt man…" | 15 s |
| 3 | Team am Prüfstand, Halbtotale | Sprecher aus dem Off | 10 s |
Ergänze eine Shotlist, also die Liste aller Einstellungen, nach Drehorten sortiert. So drehst du am Ort alles ab, was dort nötig ist, und musst nicht zweimal zurück.
Mitarbeiter einbinden
Echte Mitarbeiter wirken authentischer als Schauspieler und sparen Honorar. Frage vorher freiwillig herum, denn nicht jeder will vor die Kamera. Gib Interviewpartnern die Leitfragen vorab, aber keine fertigen Antworten. Auswendig Gelerntes hört man sofort. Wer Laien vor der Kamera führt, braucht etwas Übung. Fehlt dir diese Erfahrung, ist ein Profi am Set oft die günstigere Lösung.
Konkrete Geschichten echter Mitarbeiter wirken stärker als jeder Firmenslogan.
Schritt 3. Den Drehtag vorbereiten und durchführen
Am Drehtag setzt du nur noch um, was du vorher geplant hast. Drehort, Genehmigungen, Equipment und ein Tagesplan entscheiden darüber, ob du alle Szenen im Kasten hast. Wer seinen Imagefilm dreht, sollte Ton und Licht höher gewichten als die Kamera.
Drehort und Genehmigungen
Meist sind deine eigenen Räume die beste Wahl. Sie sind authentisch und kostenlos. Mache vorab ein Location-Scouting mit Kamera. Achte auf Platz für Kamera und Licht, Seitenlicht statt Gegenlicht und Ruhe. Klimaanlagen, Serverschränke und Straßenlärm fallen vor Ort kaum auf, im Film aber deutlich. Prüfe außerdem:
- Einverständniserklärungen: schriftlich für alle sichtbaren Personen, auch Kunden und Fremdfirmen.
- Sensible Daten: Bildschirme, Whiteboards und Dokumente im Bild kontrollieren.
- Öffentlicher Raum: Für Aufnahmen auf dem Gehweg kann eine Genehmigung nötig sein.
- Drohne: Kläre Registrierung, Kompetenznachweis und Flugverbotszonen vorab, das kostet einige Tage Vorlauf.
- Sicherheit: In Produktionshallen brauchst du ggf. Sicherheitsschuhe, Warnwesten und eine Unterweisung.
Equipment mit der richtigen Priorität
Bei der Ausrüstung für den Dreh gilt die Reihenfolge Ton, Licht, Kamera. Zuschauer verzeihen ein etwas weicheres Bild, bei schlechtem Ton schalten sie schnell ab. Schlechtes Licht lässt selbst moderne Büros billig aussehen. Die Kamera sollte mindestens Full HD aufnehmen. Packe dazu Stativ, Ansteckmikrofone oder Funkstrecken, ein Beleuchtungsset, geladene Akkus und leere Speicherkarten ein. Teste alles am Vortag.

Der Tagesablauf
Rechne pro Interview mit 45 bis 60 Minuten inklusive Aufbau, Licht und Tontest. Nicht mit den zehn Minuten, die im Kalender stehen. Ein Beispiel für einen Drehtag mit drei Interviews:
| Uhrzeit | Programm |
|---|---|
| 08:00 | Aufbau Licht und Ton, Technikcheck |
| 09:00 bis 12:00 | Drei Interviews à 60 Minuten, Büro |
| 12:00 | Mittagspause |
| 13:00 bis 15:00 | Arbeitsszenen und Detailaufnahmen, Halle A |
| 15:00 bis 16:30 | Umzug und Aufnahmen Standort B |
| 16:30 | Kurzes Debriefing: Shotlist abhaken, Fehlendes nachdrehen |
Nimm Ersatzkleidung mit und meide kleinteilige Muster, grelles Weiß und fremde Logos, die im Bild flimmern. Filme zusätzlich ein paar Szenen hinter den Kulissen, die du später für Social Media nutzen kannst.
Am Drehtag setzt du nur um, was du in der Planung festgelegt hast.
Schritt 4. Schnitt, Ton und Veröffentlichung
Nach dem Dreh entsteht der Film im Imagefilm-Schnitt. Du sichtest Material, gibst gebündeltes Feedback, ergänzt Ton und Grafik und spielst den Film auf allen Kanälen aus. Wer einen Imagefilm drehen lassen will, sollte diese Phase im Vertrag genauso klar regeln wie den Dreh.
Rohschnitt und Feedback
Zuerst wird das Material gesichert, sortiert und auf brauchbare Takes geprüft. Daraus entsteht der Rohschnitt, der die Erzählstruktur festlegt. Hier gehört dein erstes Feedback hin, denn Umbauten sind jetzt günstig und später teuer. Plane zwei bis drei Feedbackschleifen ein. Sammle Rückmeldungen aus allen Abteilungen über eine Person und formuliere sie inhaltlich („Die Szene erklärt unseren Nutzen nicht") statt technisch („Mach das heller").
Ton, Farbe und Grafik
Der Ton gibt dem Film seine Stimmung. Nutze für Musik lizenzierte Titel, denn Musik aus Streamingdiensten oder von YouTube ist nicht frei verwendbar, und Abmahnungen treffen auch Unternehmensvideos. Eine Lizenz kostet oft grob 30 bis 200 Euro pro Titel. Ein professioneller Sprecher bringt Wirkung, kostet aber Geld und nimmt etwas Authentizität. O-Töne echter Mitarbeiter wirken natürlicher. Im Color Grading passt du den Look an dein Corporate Design an. Blende Logo und einen Call to Action wie URL oder QR-Code ein, wenn der Film auf Messen läuft. Auf Social Media schauen viele ohne Ton, also gehören Untertitel dazu.
Ausspielen und Wirkung prüfen
Ein Imagefilm arbeitet auf mehreren Kanälen:

- Website: Platziere ihn prominent auf der Startseite oder der Unternehmensseite.
- Messe und Events: Nutze ihn als Loop ohne Ton, mit Untertiteln.
- Social Media und Recruiting: Setze die Kurz- und Hochkantversionen ein.
- Intern: Zeige ihn bei Onboarding und Veranstaltungen.
Prüfe nach vier Wochen, wie viele Besucher das Video starten und wie lange sie zusehen. Wenn die meisten in den ersten Sekunden abspringen, schneidest du den Einstieg neu.
Ein fertiger Imagefilm ist erst gut, wenn er auf den richtigen Kanälen gesehen wird.
Dein Fahrplan zum fertigen Imagefilm
Einen Imagefilm zu drehen, ist vor allem Vorbereitung. Wenn Ziel, Budget und Drehbuch stehen, läuft der Drehtag fast von allein. Plane vier bis sechs Wochen ein, setze auf echte Geschichten statt Floskeln und achte auf guten Ton. Den Film, der jahrelang für dein Unternehmen spricht, gibst du am besten an erfahrene Profis. Kleinere Formate erstellst du gern selbst.
Du willst nicht bei null anfangen? Wir entwickeln mit dir ein kostenloses Videokonzept für deinen Imagefilm, inklusive Ideen für Geschichte und Aufbau. Danach entscheidest du in Ruhe, ob du es mit uns umsetzt oder selbst drehst.

