Eine Erklärvideo Produktion läuft in vier Schritten ab: Ziel und Zielgruppe klären, Skript und Storyboard schreiben, Stil wählen und Video produzieren, dann abnehmen, veröffentlichen und messen. Rechne bei einem professionellen Video mit 4 bis 6 Wochen Produktionszeit. Die Kosten hängen vor allem von Länge und Stil ab. Wer die Reihenfolge einhält, spart Korrekturschleifen und Budget.
Das Problem kennen viele Auftraggeber: Sie starten mit dem Stil ("Wir wollen so ein Whiteboard-Video") und merken erst bei der Abnahme, dass Ziel, Kanal oder Text nicht zusammenpassen. Änderungen nach der Animation sind teuer, weil jede Szene bereits gebaut ist. Dazu kommt, dass Angebote schwer vergleichbar sind, wenn unklar bleibt, was sie enthalten.
Wir produzieren seit 2008 Erklärvideos und haben über 2000 Projekte umgesetzt. Dieser Leitfaden zeigt dir, was jeder Schritt verlangt, was er kostet und wo du als Auftraggeber entscheiden musst. Du kannst ihn nutzen, um eine Agentur sauber zu briefen oder um ein einfaches Video selbst zu planen.
Vorab klären: Kosten, Dauer und wer produziert
Eine professionelle Erklärvideo Produktion kostet zwischen 2.000 und 15.000 Euro pro Minute und dauert meist 4 bis 6 Wochen. Ein Einsteiger-Video gibt es schon ab 1.850 Euro.
Was die Produktion kostet
Drei Faktoren bestimmen den Preis: das Studio, die Länge und der Animationsstil. Die Tabelle ordnet die beiden Preisstufen ein.
| Variante | Preis | Leistungsumfang |
|---|---|---|
| Einsteiger-Erklärvideo, 3 Stile zur Wahl | ab 1.850 € | Skript, Animation und Ton bis zum fertigen Marketingvideo |
| Individuelle Erklärfilm-Produktion | 2.000 bis 15.000 € pro Minute | maßgeschneiderter Film mit eigenem Stil |
Ein Beispiel: Dein Video soll 90 Sekunden lang sein, was im üblichen Bereich von 60 bis 120 Sekunden liegt. Bei 1,5 Minuten ergibt das rechnerisch 3.000 bis 22.500 Euro. Wo du in dieser Spanne landest, hängt vom Stil ab. Ein genaues Angebot gibt es erst nach dem Briefing.
Kalkuliere pro Minute, nicht pro Video, dann sind Angebote vergleichbar.
Agentur oder selbst produzieren
Selbst produzieren lohnt sich für einfache interne Videos wie Bildschirmaufnahmen für eine Schulung. Sobald ein Film Kunden überzeugen oder ein komplexes Thema erklären soll, ist eine Agentur die bessere Wahl.
Der Grund liegt im Team. Strategie, Text, Illustration, Sprecher und Animation sind verschiedene Handwerke. Ein eingespieltes Team liefert hier schneller und mit weniger Nachbesserung als ein Einzelner, der alles nebenbei macht.
Schritt 1. Ziel, Zielgruppe und Kanal festlegen
Lege vor dem ersten Entwurf fest, was das Video bewirken soll, wen es anspricht und wo es läuft. Aus diesen drei Antworten folgen Länge, Ton und Format.
Das Briefing in vier Fragen
Beantworte diese Fragen schriftlich, am besten auf einer Seite:

- Ziel: Was soll nach dem Video passieren, etwa mehr Anfragen, weniger Support-Fragen oder schnelleres Onboarding?
- Zielgruppe: Was wissen die Zuschauer schon, und was interessiert sie wirklich?
- Einsatzort: Läuft das Video auf der Website, auf der Messe, in sozialen Netzwerken oder auf dem Tablet im Vertrieb?
- Kennzahl: Woran misst du den Erfolg, zum Beispiel an der Wiedergabequote oder an der Zahl der Anfragen?
Dieses Dokument ist die Grundlage für jedes Angebot und spart dir Rückfragen.
Warum der Einsatzort das Format bestimmt
Der Kanal entscheidet über Länge, Einstieg und Bildformat. Wer auf der Website Besucher von null an abholt, braucht einen Einstieg, der Interesse weckt. Im Vertriebsgespräch ist der Kunde bereits vorbereitet, dort darf das Video direkt beim Thema starten.
Beim Format gilt: 16:9 passt für Website und Messebildschirme, soziale Netzwerke verlangen oft Hochformat. Ein 16:9-Film lässt sich später nicht einfach zuschneiden, weil am Rand Bildinhalt verloren geht. Entscheide das Format deshalb vor dem Storyboard.
Wer den Kanal nicht kennt, kann weder Länge noch Bildformat sinnvoll festlegen.
Schritt 2. Skript und Storyboard schreiben
Schreibe das Skript so, wie es gesprochen klingt, und lass es prüfen, bevor jemand zeichnet oder spricht. Hier entscheidet sich, ob das Video verständlich wird.
Das Skript im Sprechstil
Ein bewährtes Gerüst besteht aus vier Teilen: Problem, Lösung, Nutzen, Handlungsaufforderung. Als Faustregel sprichst du rund 140 Wörter pro Minute. Ein 90-Sekunden-Video braucht also etwa 210 Wörter. Das zwingt dich, nur das Wichtigste zu sagen.
Lass den Text danach doppelt prüfen. Fachleute kontrollieren die Fakten, jemand aus der Zielgruppe prüft die Verständlichkeit. Alles, was dir hier auffällt, kostet fast nichts.
Das Storyboard als Bauplan
Das Storyboard ordnet jedem Satz ein Bild und eine Dauer zu. So sieht ein Ausschnitt aus:

| Szene | Sprechtext | Bild | Dauer |
|---|---|---|---|
| 1 | "Jeden Monat landen dieselben Fragen im Support." | Postfach füllt sich | 6 s |
| 2 | "Dabei lässt sich vieles in einer Minute zeigen." | Hand startet ein Video | 5 s |
| 3 | "So sparst du Zeit und Nerven." | Uhr und Häkchen | 5 s |
Prüfe, ob jede Szene genau eine Aussage trägt. Dann gibst du Skript und Storyboard schriftlich frei.
Änderungen am Skript sind billig, Änderungen an der fertigen Animation nicht.
Schritt 3. Stil wählen und Video produzieren
Wähle den Stil nach dem Thema, nicht nach Geschmack. Danach läuft die Produktion in einer festen Reihenfolge.
Welcher Stil passt zu deinem Thema
Jeder Stil hat ein Einsatzfeld, in dem er seine Stärken ausspielt:

| Stil | Typischer Einsatz |
|---|---|
| Whiteboard-Animation | komplizierte Konzepte, die mit Geschichten und Metaphern verständlich werden |
| Cut-Out-Stil | spielerische Einführungen und storytellingreiche Erklärungen, weniger für komplexe Maschinen |
| 3D-Animation | Produkte in 45 bis 120 Sekunden, für Landingpages, Messen und Vertrieb |
| Screencast | Abläufe von Software, Websites und Apps in ein bis drei Minuten |
Daneben gibt es weitere Video-Stile wie Flat Design, Motion Graphics und Realfilm. Entscheidend ist, welcher Stil dein Thema am klarsten zeigt.
Die Reihenfolge der Produktion
Nach der Freigabe läuft die Produktion in der Regel so ab:
- Illustration und Design nach dem Storyboard
- Sprecheraufnahme mit dem freigegebenen Text
- Animation, getaktet auf die Aufnahme
- Musik und Sounddesign
Die Stimme kommt vor der Animation, weil sich die Bilder am Sprechtempo orientieren. Ein späterer Texttausch würde das Timing zerstören.
Erst die Stimme aufnehmen, dann animieren, sonst passt das Timing nicht.
Schritt 4. Abnehmen, veröffentlichen und messen
Prüfe den Rohschnitt gegen Skript und Ziel, gib das Feedback gesammelt ab und veröffentliche dort, wo deine Zielgruppe ist. Danach vergleichst du die Zahlen mit der Kennzahl aus Schritt 1.
Die Abnahme mit Checkliste
Gehe den Film mit dieser Liste durch:
- Stimmen alle Fakten und Zahlen?
- Sind Produkt- und Eigennamen richtig ausgesprochen?
- Sind Einblendungen lange genug lesbar?
- Gibt es Untertitel für Zuschauer ohne Ton?
- Ist die Lautstärke durchgehend gleichmäßig?
- Liegen die Dateiformate für jeden Kanal vor?
Sammle intern alle Rückmeldungen in einer Runde, denn widersprüchliches Feedback aus mehreren Richtungen kostet Zeit. Bei der Erklärvideo Agentur sind Korrekturen im Rahmen der Zufriedenheitsgarantie unbegrenzt.
Veröffentlichung und Erfolgsmessung
Platziere das Video auf der Landingpage oder Produktseite, im Vertrieb, auf der Messe oder im Onboarding. Dort wirkt es am stärksten. Für soziale Netzwerke schneidest du eine kürzere Fassung im passenden Format.
Miss anschließend Wiedergabequote, Klicks und Anfragen und vergleiche sie mit dem Zielwert aus dem Briefing. Liegt die Quote niedrig, teste einen neuen Einstieg oder eine andere Platzierung.
Ein Erklärvideo ist erst fertig, wenn es dort läuft, wo deine Zielgruppe sucht.
Mit klarem Plan zum fertigen Video
Eine gute Erklärvideo Produktion folgt einer festen Reihenfolge: erst Ziel und Kanal, dann Skript und Storyboard, dann Stil und Umsetzung, am Ende Abnahme und Messung. Wer vorne sorgfältig plant, zahlt hinten weniger für Korrekturen.
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