Ein Messevideo entsteht in vier Schritten: Du legst Ziel und Format fest, schreibst ein kurzes Konzept samt Skript, produzierst das Video selbst oder mit einer Agentur und setzt es am Stand und danach auf deinen Kanälen ein. Ein Produktvideo für die Messe braucht meist 60 bis 90 Sekunden und muss auch ohne Ton funktionieren. Lässt du animieren, plane vier bis sechs Wochen Produktionszeit ein.
Das Problem kennst du: In der Messehalle gehen Besucher im Sekundentakt an Ständen vorbei, und dein Produkt ist erklärungsbedürftig. Einen Prospekt liest dort niemand, ein Gespräch beginnt nur, wenn jemand stehen bleibt. Viele Teams denken erst zwei Wochen vor dem Aufbau an ein Video und drehen dann mit dem Smartphone in der lauten Halle. Andere beauftragen einen Anbieter ohne klares Briefing und bekommen einen austauschbaren Film.
Dieser Leitfaden führt dich vom Ziel über Konzept und Produktion bis zum Einsatz am Stand. Du erfährst, wann Selbermachen reicht, wann eine Agentur sinnvoll ist und wie dein Zeitplan aussieht. Wir von Die Erklärvideo Agentur produzieren seit 2008 Videos für Unternehmen, auch Messefilme. Die Hinweise stammen aus dieser Praxis.
Was ein Messevideo leisten muss und welche Arten es gibt
Ein Messevideo unterstützt deinen Messeauftritt: Entweder läuft es auf dem Stand und holt Besucher ab, oder es dokumentiert den Auftritt für Social Media und Vertrieb. Beides heißt im Alltag Messevideo, die Anforderungen unterscheiden sich aber deutlich.
Video am Stand und Video vom Stand
Das Video am Stand ist meist ein Produktvideo für die Messe. Es läuft als Schleife auf dem Bildschirm und erklärt in 60 bis 90 Sekunden, was du anbietest. Es ersetzt die erste Erklärung im Gespräch. Typische Formate sind 3D-Film, Produktvideo, Infografik-Video, Imagefilm oder Erklärfilm. Diese Varianten setzen wir als Messefilm um.

Das Video vom Stand entsteht während der Messe: Rundgänge, Interviews mit Mitarbeitenden und Kunden, Produktdemos. Es wirkt vor allem in Social Media und im Vertrieb, weil es echte Gespräche und Stimmung zeigt. Viele Firmen brauchen beides. Starte mit dem Video am Stand, denn es hat den größten Hebel auf deine Gespräche.
Ein Messevideo hat eine Aufgabe: Vorbeigehende zu Gesprächspartnern machen.
Selbst drehen oder drehen lassen
Selbst drehen eignet sich für Dokumentation und kurze Social-Clips. Eine Agentur lohnt sich für das Produktvideo am Stand, vor allem bei erklärungsbedürftigen Produkten oder Animation. Die Tabelle stellt beide Wege gegenüber.
| Selbst produzieren | Agentur beauftragen | |
|---|---|---|
| Geeignet für | Rundgänge, Interviews, Social-Clips | Produktvideo am Stand, Animation, komplexe Produkte |
| Dein Aufwand | Dreh, Schnitt und Ton in eigener Hand | Briefing und Feedbackrunden |
| Typisches Risiko | schlechter Ton, wacklige Bilder | zu spätes oder unklares Briefing |
| Vorlaufzeit | wenige Tage bis Wochen | bei Animation 4 bis 6 Wochen |
| Kosten | vor allem Arbeitszeit und Technik | Budget je nach Länge und Stil |
Schritt 1. Ziel und Format festlegen
Lege vor dem ersten Skript fest, was das Video erreichen soll und wie es am Stand läuft. Ein Video mit drei Zielen erreicht keins davon.
Ein Ziel wählen
Wähle genau ein Hauptziel und richte Botschaft und Aufruf darauf aus. Typische Ziele sind:
- Gespräche anstoßen: Der Aufruf lautet "Sprich uns an" oder "Scanne den Code".
- Produkt erklären: Funktion und Nutzen kommen in einer Minute auf den Punkt.
- Image vermitteln: Fachkräfte und neue Kunden verstehen, wofür dein Unternehmen steht.
Für ein Produktvideo auf der Messe ist die zweite Variante, kombiniert mit einem Gesprächsangebot am Ende, meist die richtige Wahl.
Länge, Ton und Bildformat
Plane 60 bis 90 Sekunden. Animierte Produktfilme erklären ein Produkt typischerweise in 45 bis 120 Sekunden. Länger schaut am Stand kaum jemand, weil Besucher im Vorbeigehen hinsehen. Die Halle ist laut, also muss das Video ohne Ton verständlich sein: große Schrift, klare Bilder, Untertitel. Ton ist ein Bonus.
Baue das Video außerdem als Schleife, in die man jederzeit einsteigen kann. Jede Szene braucht dann eine erkennbare Aussage, und am Ende führt der Schnitt sauber zurück zum Anfang. Produziere im Querformat 16:9 für den Bildschirm. Hochformat-Schnitte für Social Media erstellst du später daraus.
Plane das Video für die Halle: ohne Ton verständlich und in jeder Sekunde einstiegsfähig.
Schritt 2. Konzept und Skript schreiben
Schreibe ein Konzept auf einer Seite und leite daraus ein Skript mit einem Satz pro Szene ab. Dieselbe Seite dient als Briefing für jede Agentur.
Briefing-Vorlage
Kopiere die Vorlage und fülle sie vollständig aus. Jede leere Zeile kostet später eine Korrekturschleife.
Messe und Termin:
Halle und Standnummer:
Zielgruppe (Rolle, Branche, Vorwissen):
Ziel des Videos (ein Satz):
Kernbotschaft (ein Satz):
Produkt oder Thema:
Länge: 60 bis 90 Sekunden
Stil (z. B. 3D, Flat Design, Live Action):
Handlungsaufforderung (z. B. QR-Code, "Sprich uns an"):
Muss rein / darf nicht rein:
Bildschirmformat am Stand:
Abgabetermin Video:
Ansprechpartner für Feedback:
Skript in vier Blöcken
Baue das Skript aus vier Blöcken, die zusammen etwa 90 Sekunden ergeben. Die Zeiten sind Richtwerte.

| Block | Zeit | Inhalt |
|---|---|---|
| Einstieg | 0 bis 10 s | Problem oder Frage deiner Zielgruppe |
| Lösung | 10 bis 50 s | Produkt zeigen, Kernfunktion erklären |
| Nutzen | 50 bis 75 s | Ergebnis für den Kunden, eine Zahl oder ein Beleg |
| Aufruf | 75 bis 90 s | Standnummer, QR-Code, Logo |
Als Faustregel sprichst du etwa 145 Wörter pro Minute, bei 90 Sekunden also rund 200 Wörter. Blendest du Text ein, brauchst du weniger gesprochene Worte. Streiche alles, was nicht zum Hauptziel beiträgt.
Ein Satz pro Szene reicht: Was ein Satz nicht trägt, gehört nicht ins Video.
Schritt 3. Video produzieren oder beauftragen
Entscheide jetzt, wer produziert, und rechne rückwärts von deinem Messetermin. Animierte Videos brauchen die längste Vorlaufzeit, Dreharbeiten am Stand die genaueste Vorbereitung.
Mit Agentur: Anbieter prüfen und Kosten einordnen
Bei Animation spielt der Standort der Agentur keine Rolle, denn Konzept, Illustration und Animation laufen online. Achte stattdessen auf Referenzen aus deiner Branche, einen klaren Ablauf von Skript über Storyboard bis Sprecher und feste Korrekturrunden. Dreht ein Team am Stand, spart ein Anbieter in der Nähe des Messeorts Anfahrtskosten.
Zur Orientierung: Animierte Erklärfilme liegen bei uns zwischen 2.000 und 15.000 Euro pro Minute, abhängig von Studio, Länge und Animationsstil. Ein Video von 90 Sekunden kostet rechnerisch also 3.000 bis 22.500 Euro. Produktfilme brauchen vier bis sechs Wochen. Unsere Konzeptentwicklung ist kostenlos, und die Zufriedenheitsgarantie umfasst unbegrenzte Korrekturen.
Zeitplan rückwärts von der Messe
Starte zehn Wochen vor dem Messetermin. Dann bleibt bei vier bis sechs Wochen Produktionszeit Puffer für Feedback.
| Wann | Was |
|---|---|
| 10 Wochen vorher | Ziel und Budget klären, Anbieter anfragen |
| 8 Wochen vorher | Konzept und Skript freigeben |
| 8 bis 2 Wochen vorher | Produktion, Feedbackrunden |
| 2 Wochen vorher | Abnahme, Export, Test am Bildschirm |
| 1 Woche vorher | Technik-Check, Sicherungskopie |
Rechne ab dem Messetermin rückwärts: Unter acht Wochen wird ein animiertes Video knapp.
Selbst drehen: Technik und Regeln
Für Rundgänge und Interviews reicht ein aktuelles Smartphone, ergänzt um diese Ausrüstung:

- Stativ oder Gimbal gegen wacklige Bilder
- Ansteckmikrofon oder Funkstrecke, denn der Ton entscheidet
- Ersatzakkus und genug Speicher
Drehe die Standaufnahmen vor Messebeginn, wenn der Gang leer ist. Interviews gehören in eine ruhige Ecke. Frage beim Veranstalter nach den Drehregeln und lass dir von Gefilmten eine schriftliche Einwilligung geben.
Schritt 4. Am Stand zeigen und weiterverwenden
Ein Messevideo zahlt sich erst aus, wenn es am Stand sichtbar läuft und nach der Messe weiterarbeitet. Plane beides ein, bevor du das Video freigibst.
Am Stand: Technik und Platzierung
Hänge den Bildschirm auf Augenhöhe und richte ihn zum Gang aus. Spiele das Video als Schleife ab. Teste die Datei als MP4 vorab am Originalbildschirm, nicht nur am Laptop. Nimm das Video auf zwei Datenträgern mit, etwa USB-Stick und Zweitgerät. Neben dem Bildschirm sollte ein QR-Code oder ein Hinweisschild zum Gespräch einladen.
Nach der Messe weiterverwenden
Schneide aus dem Video Clips von 15 bis 30 Sekunden für LinkedIn und andere Kanäle. Binde die lange Fassung auf deiner Website oder Landingpage ein. Schicke Kontakten aus der Messe in der Nachfassmail den Videolink mit.
Miss den Erfolg nüchtern: Zähle Standgespräche, QR-Scans und Aufrufe. Vergleiche diese Werte mit deiner letzten Messe ohne Video. So weißt du, was beim nächsten Mal besser laufen muss.
Ein gutes Messevideo arbeitet auch nach dem Abbau weiter: als Clip, Link und Verkaufshilfe.
Vom Konzept zum fertigen Messevideo
Ein starkes Messevideo beginnt mit einem klaren Ziel und einem einseitigen Konzept, nicht mit der Kamera. Dann entscheidest du, ob du selbst drehst oder ein Produktvideo beauftragst, planst ab dem Messetermin rückwärts und testest alles am Originalbildschirm. Nach der Messe schneidest du das Material für deine Kanäle weiter.
Wenn du für deinen Stand ein animiertes Produktvideo oder einen Messefilm planst, sprich mit uns. Fordere dein kostenloses Videokonzept an und bring dein Briefing gleich mit.

